Redebeitrag zum Ratsbürgerentscheid PDF Drucken Email
Jugend und Schule
Montag, den 06. Februar 2012
Redebeitrag von Gerhard Schweizerhof, Stadtverordneter von WIR AUS Mülheim zum Ratsbürgerentscheid auf der Ratssondersitzung am 01.02.2012
(Überarbeitung nach freier Rede)


Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, liebe Ratskolleginnen und Kollegen,

Zum 3.Mal innerhalb von 6 Wochen tagt der Rat der Stadt, um endlich den Weg frei zu machen für einen Bürgerentscheid zum Erhalt des Schulstandortes in Eppinghofen. Doch damit es soweit kommt, dazu brauchte die Ratsmehrheit erst mal eine Nachhilfeeinheit durch das Verwaltungsgericht in Düsseldorf, darüber, was Recht und Gesetz ist, um die Rechtmäßigkeit des Bürgerbegehrens feststellen zu können. Insofern macht die heutige Ratssondersitzung als wichtige Lehrstunde in Sachen Demokratie einen Sinn.

Das Rechtsgutachten von Herrn Steinfort bzw. dem Rechtsamt war ein Fehlgutachten. Ich zweifle nicht an der Fachkompetenz von Herrn Steinfort, schließlich hat er ja den Doktor. Aber gerade deswegen bin ich der Meinung, dass hinter dem Gutachten eine bewusste politische Absicht stand, um das Bürgerbegehren bzw. den Entscheid hinauszuzögern. Es war ein politisches Gutachten. Am 22.4. soll jetzt der Entscheid sein, am 7. und 8.März ist die Anmeldung an der Schule in der Bruchstraße. Die Bürger sollten bewusst verunsichert werden, denn wer meldet seine Kinder an einer Schule an die möglicherweise vor dem Aus steht? Der Rat hätte schon im Dezember die Rechtmäßigkeit beschließen können, dann wäre der Bürgerentscheid Anfang März noch vor dem Anmeldetermin gewesen. Sogar die SPD hat sich verunsichern lassen, was in ihrer Stimmenthaltung in der Ratssitzung im Dezember zum Ausdruck kommt.

Als ich den Kommentar von Herrn Steinfort zum Gerichtsbeschluss in der Mülheimer Woche vom 26.1. las, in dem er die Rolle des Rechtsamtes als bloße „Formulierungshilfe“ darstellte, dachte ich, diese unverbesserliche Arroganz hat nichts aber auch gar nichts gelernt. Rechthaberei ohne Ende, statt mal bescheiden einen Fehler einzugestehen. Mit welcher Selbstsicherheit war er und mit ihm das Gefolge der CDU und FDP aufgetreten, dass das Bürgerbegehren nicht rechtmäßig sei. Als Mediziner möchte ich mal ein praktisches Beispiel bringen, was so ein Fehlgutachten für Folgen haben kann: Ein Chirurg sagt seinem Patienten das Bein muss ab wegen eines hochgradigen Arterienverschluss. Wie gut, dass der skeptische Patient sich eine zweite Meinung einholt, denn aufgrund derer kann er sein Bein behalten, es wurde nicht amputiert.

So stehen wir und das Bündnis für Bildung mit beiden Beinen fest auf dem Boden!

Zur FDP möchte ich bemerken, Sie haben ja auch durchaus kompetente Juristen in Ihren Reihen, die aber auch nicht einen Pfifferling Mumm besaßen, um dem Oberjuristen der Stadt zu widersprechen. Ihre Parteibrillen machen Sie blind für die Realitäten! Sie machen Sie blind für den Bürgerwillen von 13.000 Mülheimerinnen und Mülheimern, die  von Ihnen mehr oder weniger arrogant abgekanzelt wurden, als wären sie nur Herdenvieh des Bündnisses für Bildung.

Ich habe noch das höhnische Gelächter aus den Reihen der CDU in den Ohren, als ich die CDU-Fraktion daran erinnerte, es müsse Ihnen doch zu denken geben, dass Herr Heidrich, Ihr früherer Fraktionsvorsitzender, der Vorgänger von Herrn Michels, sich sehr eindeutig gegen die Schließung der Schule ausgesprochen hat. Es ist eine regelrecht beleidigende Streitkultur, die hier im Rat vorherrscht, dies stößt die Masse der Mülheimer zurecht ab. Diese destruktive Streitkultur verhindert eine schöpferische Diskussion.

Herr Michels sagte in einer ersten Reaktion auf den Beschluss des Verwaltungsgerichtes, dass er zu 100% von der Richtigkeit seiner Ansicht überzeugt gewesen war. Das ist in Wirklichkeit Engstirnigkeit, Herr Michels, die Sie blind machte für die Argumente anderer Ratskollegen. „An allem ist zu zweifeln“, das ist der Wahlspruch von Karl Marx. Diesen Wahlspruch zu beherzigen, damit kommt man in der Welt weiter.

Der Rat hat heute auch wieder die Möglichkeit, den ganzen Verfahrensweg zum Bürgerentscheid abzukürzen, indem er sich dem Bürgerbegehren anschließt und damit einer großen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt folgt, das wäre eine mutige Entscheidung vor allem auch derer, die bisher das Begehren abgelehnt haben. Denn es ist so gut wie sicher, dass ein Entscheid positiv ausgeht, mit der Anzahl der Unterschriften ist ja schon das Quorum im Kern erreicht. Eine positive Entscheidung des Rates heute mit dem Beitritt zu dem Begehren würde Geld sparen, das man so nötig für die Schulrenovierung braucht.

Andererseits stehen mit dem Bürgerentscheid alle Argumente Pro und Contra erneut auf dem Prüfstand. Die Auseinandersetzung um die Schließung der Schule in Eppinghofen steht damit auf einer viel breiteren Basis, sie wird dann auch als eine Debatte über die gesamte Schulpolitik hier im Land geführt, das ist sehr gut. Die Bürger der Stadt können sich über die ganze Sache ein viel besseres Bild machen und im Entscheid ihren Willen zum Ausdruck bringen,

Meine Fraktion WIR-Linke aus Mülheim, wir unterstützen entschieden das Bürgerbegehren und den Bürgerentscheid, weil er im Interesse der Bürgerinnen und Bürger Mülheims ist. Letztlich beinhaltet der Erhalt des Schulstandortes in Eppinghofen auch die Möglichkeit der schulpolitischen Erweiterung, der Entwicklung einer 4. Gesamtschule in Mülheim, die die positiven Elemente der dortigen Hauptschule in sich aufnehmen würde, das wäre eine Aufwertung des Stadtteils, die der gesamten Stadt zu Gute käme.

 
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Jugend und Schule
Freitag, den 20. Januar 2012
Redebeitrag von Gerhard Schweizerhof, Stadtverordneter von WIR AUS Mülheim zum Ratsbürgerentscheid auf der Ratssondersitzung am 16.01.2012

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, liebe Ratskolleginnen und Kollegen,

als erstes möchte ich Ihnen allen danken für Ihre Genesungswünsche, die mich im Krankenhaus erreichten. Herzlichen Dank dafür.

Ich möchte für unsere Fraktion WIR-Linke aus Mülheim unsere Stellungnahme zum Ratsbürgerentscheid abgeben.
Meinen herzlichen Dank möchte ich an Herrn Pfarrer Kämpgen aussprechen für seine engagierte Rede, die mir voll aus dem Herzen sprach.
Fast 13 000 Menschen haben sich in dem Bürgerbegehren des „Bündnisses für Bildung“ mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der Gemeinschaftshauptschule an der Bruchstraße ausgesprochen. Das ist ein sehr klares und eindeutiges Votum, mit dem viele nicht gerechnet hatten. Es zeigt das große Interesse der Bürger an der Entwicklung der Schullandschaft. Das ist unbedingt zu begrüßen.

Das Spektrum derjenigen, die den Erhalt der Schule wollen, geht bis tief in die Reihen derer, die sich mit dem Bildungsentwicklungsplan für die Schließung ausgesprochen haben. An die CDU gewandt sage ich: es muss Ihnen doch zu denken geben, dass u.a. Ihr früherer Fraktionsvorsitzender und langjähriges Ratsmitglied Herr Heidrich, sich eindeutig gegen die Schließung der Schule ausgesprochen hat.

Der Rat hat heute die Möglichkeit, den ganzen Verfahrensweg zum Bürgerentscheid abzukürzen, indem er den Ratsbürgerentscheid beschließt und damit dem Willen einer großen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt folgt und sie über die Frage des Erhaltes der Schule an der Bruchstraße selbst entscheiden lässt.

Es gibt inzwischen in NRW etliche Beispiele, wo der Rat das Anliegen der Bürger aufgegriffen hat und einen Ratsbürgerentscheid beschlossen hat. So bereits 2008 in Weeze (im Kreis Kleve) und zwar mit den Stimmen der CDU. Der Bürgermeister Ulrich Francken von der CDU sagte wörtlich dazu (ich zitiere): „Damit das Vertrauen unserer Bürger in die Politik keinen Schaden nimmt“. Der Rat hat dann die Durchführung eines Ratsbürgerentscheids beschlossen. Dort ging es um den Umbau des Rathauses und seine Finanzierung, die Bürger hatten dagegen ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht, das allerdings für unzulässig erklärt wurde.

Ganz aktuell hat z.B. der Stadtrat von Gladbeck am 12.1., also vor 4 Tagen, in einer Sondersitzung einen Ratsbürgerentscheid beschlossen, wo über den Ausbau der A52 entschieden werden soll. (44 waren für den Entscheid, nur 2 stimmten dagegen.)
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Zum Jahreswechsel PDF Drucken Email
Sonstiges
Mittwoch, den 28. Dezember 2011

 Das Bündnis WIR AUS Mülheim bedankt sich bei allen Mitgliedern, Freundinnen und Freunden, Mitstreiterinnen und Mitstreitern herzlich für die vielfältigen Formen der Unterstützung und solidarischen Zusammenarbeit und wünscht einen guten Rutsch, Gesundheit, Kraft und Optimismus für die kommenden Aufgaben im Jahr 2012!

 

Dieses bewegende Weihnachtslied schickte uns ein Freund. Wir veröffentlichen es gerne, nicht nur im Andenken an die Bergmannstradition. Auch heute ist der Inhalt des Liedes traurige Realität in vielen Familien - und das in einem der reichsten Länder der Welt!

 

Bergmannslied

 

Stille Nacht, traurige Nacht

ringsherum Lichterpracht!

In der Hütte nur Elend und Not,

kalt und öde, kein Licht und kein Brot.

Schläft die Armut auf Stroh.

 

Stille Nacht, dunkle Nacht,

drunten tief in dem Schacht

Wetter blitzen bei drückender Fron.

Gräbt der Bergmann für kärglichen Lohn

für die Reichen das Gold.

 

Stille Nacht, traurige Nacht,

hast du Brot mitgebracht?

Fragen hungrige Kinderlein.

Traurig sagt der Vater Nein,

bin ja noch arbeitslos.

 

Stille Nacht, traurige Nacht

ringsherum Lichterpracht!

In der Zelle gefesselt, geächt,

sitzen Kämpfer für Freiheit und Recht

mutige Kämpferschar!

 

Stille Nacht, dunkle Nacht,

Arbeitsvolk, aufgewacht!

Kämpfe mutig mit heiliger Pflicht

bis die Freiheit der Menschen anbricht.

Bis die Freiheit ist da!

 
Faschistisch motivierter Anschlag auf Fraktionsgeschäftsstelle Bürgertreff am Rathausmarkt PDF Drucken Email
Stadtgeschehen
Montag, den 12. Dezember 2011

Auf die Geschäftsstelle der Fraktion WIR-Linke aus Mülheim wurde am Wochenende ein Anschlag verübt. Schon des öfteren gab es über Nacht Provokationen wie gegen die Schaufensterscheibe spucken oder gegen die Eingangstüre urinieren. Bei Büroöffnung heute Nachmittag mussten wir feststellen, dass der außen angebrachte Aufkleber „Gemeinsam gegen Rassismus und Faschismus – für Solidarität und Völkerverständigung“ zerkratzt und das Glas der Eingangstür zertrümmert worden war. Dies reiht sich ein in faschistische Anschläge gegen Linke, Gewerkschafter, Marxisten-Leninisten bis hin zu feigen Morddrohungen wie jüngst in Oberhausen gegen Reinhardt Meyer, Betriebsrat bei MAN Diesel&Turbo. Strafanzeige bei der Polizei Mülheim wurde sofort erstattet. Kein Fußbreit den Faschisten!

 

Sabine Schweizerhof, Vorstandssprecherin

Hartmut Sternbeck, Vorstandssprecher

 

Eingeschlagene Eingangstür Aufkleber

 
Durchsichtiges Manöver des Rechtsamts zur gezielten Verunsicherung gegen Bürgerbegehren! PDF Drucken Email
Jugend und Schule
Freitag, den 09. Dezember 2011

„Bürgerbegehren angeblich unzulässig“, melden NRZ und WAZ lokal am 7.12.2011 auf ihren  Titelseiten. Der Rechtsdezernent der Stadt:

Die 13.000 Unterschriften Mülheimer Bürger, in kürzester Zeit gesammelt, seien daher „umsonst“.

Die Meldung der NRZ beruht auf einem Gutachten des städtischen Rechtsdezernenten, der der Meinung ist, dass der Kostendeckungsvorschlag in dem Text der Unterschriftensammlung nicht hinreichend sei und damit sei das ganze Bürgerbegehren nicht rechtmäßig.

SchülerdemoAlso nicht die eindeutig geäußerte Meinung Tausender Mülheimer Bürger zählt, sondern die Rechtsauslegung des Rechtsdezernenten. Zu dieser tiefgründigen Rechtsfindung brauchte er Monate, um jetzt mit diesem Paukenschlag eine Woche vor der entscheidenden Ratssitzung herauszukommen. Inzwischen hat die Landesregierung beschlossen, diese bisherige Hürde für Bürgerbegehren abzuschaffen, gerade weil die Forderung einer ausführlichen Gegenfinanzierung eine undemokratische Hürde war, das Recht auf Bürgerbegehren und Bürgerentscheide zu unterlaufen. Wie soll denn eine Bürgerinitiative gerade jetzt in Mülheim eine exakte Gegenfinanzierung ausarbeiten, wo der Stadtrat selbst noch nicht einmal einen gültigen Haushalt beschlossen hat, die Finanzierung vieler Fragen offen ist.

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Es ist "1 Minute vor 12" PDF Drucken Email
Stadtgeschehen
Dienstag, den 29. November 2011

 

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icon Flyer_Klimatag_2011.pdf (77 KB)

 
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